26. Februar – Online-Fortbildung bei der SPI Praxisakademie
„Sexualisierte Gewalt an Kindern – Sensibilisierung, Wissen und Handlungssicherheit!“
In dieser Fortbildung setzen Sie sich mit den unterschiedlichen Erscheinungsformen sexualisierter Gewalt durch Erwachsene auseinander – sowohl innerhalb als auch außerhalb von Kindertageseinrichtungen. Ziel ist es, Ihr Wissen zu vertiefen und Sie in Ihrer Handlungssicherheit zu stärken.
Sexualisierte Gewalt an Kindern ist ein tiefgreifender Eingriff in die seelische und körperliche Unversehrtheit und stellt eine der schwerwiegendsten Formen von Kindeswohlgefährdung dar. In dieser Fortbildung setzen Sie sich mit den unterschiedlichen Erscheinungsformen sexualisierter Gewalt durch Erwachsene auseinander – sowohl innerhalb als auch außerhalb von Kindertageseinrichtungen. Ziel ist es, Ihr Wissen zu vertiefen und Sie in Ihrer Handlungssicherheit zu stärken.
Zu Beginn werden zentrale Begriffe und Definitionen geklärt, um ein gemeinsames Verständnis zu schaffen: Was bedeutet sexualisierte Gewalt? Wie unterscheiden sich Grenzverletzungen, sexuelle Übergriffe und sexueller Missbrauch? Diese Unterscheidungen sind wichtig, um Situationen im pädagogischen Alltag klarer einschätzen und angemessen reagieren zu können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den typischen Strategien von Täter:innen. Diese handeln selten spontan, sondern gezielt und systematisch. Sie nutzen Vertrauen, Nähe und Abhängigkeit aus, um Kinder emotional zu binden und ihr Schweigen zu sichern. Auch pädagogische Fachkräfte oder ganze Teams können unbewusst Teil dieser Dynamik werden, wenn Manipulation, Schuldumkehr oder die Tabuisierung des Themas wirken. Das Erkennen solcher Strategien ist daher ein wesentlicher Schritt zur Prävention.
Darüber hinaus wird thematisiert, welche Folgen sexualisierte Gewalt für betroffene Kinder haben kann. Die Auswirkungen zeigen sich oft nicht sofort, sondern in subtilen Veränderungen des Verhaltens, der Emotionen oder der sozialen Beziehungen. Sie lernen, sensibel auf mögliche Anzeichen zu achten, ohne vorschnell zu urteilen, und erfahren, welche Unterstützungswege und Meldepflichten im Rahmen des Kinderschutzes bestehen.
Ein wichtiger Teil der Fortbildung widmet sich geeigneten Schutzmaßnahmen. Dazu gehören klare Verhaltensregeln im pädagogischen Alltag, ein offener Umgang mit Nähe und Distanz, transparente Kommunikationswege sowie feste Zuständigkeiten im Team. Ebenso werden institutionelle Strukturen beleuchtet, die Kinder schützen und Fachkräfte entlasten – etwa Schutzkonzepte, Fortbildungen, regelmäßige Reflexion und die Zusammenarbeit mit externen Fachberatungsstellen.
Sie gewinnen in dieser Fortbildung nicht nur fachliches Wissen, sondern auch eine Haltung: Kinder brauchen Erwachsene, die hinschauen, die ihre Verantwortung kennen und die bereit sind, im Sinne des Kinderschutzes konsequent zu handeln.
16. und 17. April – Fortbildung bei der BiB
„Sexuelle Bildung als Prävention sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen“
Den SPEAK!-Studien zu Folge erleben 62 % der Mädchen* und jungen Frauen* beziehungsweise 18 % der Jungen* und jungen Männer* körperliche Übergriffe durch Peers. Schauen wir auf verbale und digitale sexualisierte Gewalt, sind es 78 % und 52 %. Es gibt übergriffige Grundstimmungen in Schulklassen und Jugendgruppen, sexuelle Übergriffe in Teenager-Beziehungen, Gewalt durch das Weiterleiten intimer Aufnahmen. Pädagogische Fachkräfte müssen Betroffene schützen und unterstützen und haben zudem einen pädagogischen Auftrag gegenüber den ausübenden Jugendlichen.
Am ersten Tag dieses Seminars erhalten Sie fundiertes Wissen über Formen und Dynamiken sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen. Sie reflektieren gesellschaftliche Hintergründe und entwickeln eine informierte, klare Haltung, die Ihnen Sicherheit im pädagogischen Handeln gibt. Dabei werden konkrete Ansätze vermittelt, wie in unterschiedlichen Situationen sicher und angemessen interveniert werden kann. Dieses Wissen wird durch Fallbesprechungen in die Praxis übertragen und spezifiziert.
Der zweite Tag widmet sich der praktischen Umsetzung. Sie lernen vielfältige Materialien und Methoden der sexuellen Bildung kennen, die darauf abzielen, Empathie und Respekt zu fördern, sowie Jugendliche darin zu stärken, über Bedürfnisse und Grenzen zu sprechen. Ziel ist es, eine Kultur des Konsens‘ erlebbar zu machen und Jugendliche in ihrer sexuellen Selbstbestimmung zu stärken. In Gruppenarbeit werden praxisnahe Workshop-Konzepte entwickelt, die sich unmittelbar auf die eigene Zielgruppe übertragen lassen.
Sechs Wochen später bietet der Online-Nachbereitungstermin die Möglichkeit, sich über Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen. Hier werden gelungene Ansätze, Herausforderungen und Störungen gemeinsam reflektiert. Ziel dieses Austauschs ist es, voneinander zu lernen, die eigenen Angebote weiterzuentwickeln und die Präventionsarbeit nachhaltig zu stärken.
Donnerstag, 16. April und Freitag, 17. April
8 – 15 Uhr
Bürgerhaus Jahnstraße 43
16321 Bernau
online Praxisreflektion:
Donnerstag, 28. Mai 14 – 16 Uhr
Kosten: 156,- €

