Workshop „Menstruation und Co“ für Mädchen*

Der Workshop richtet sich an Mädchen* – also an alle, die sich als Mädchen identifizieren. Die Teilnahme ist freiwillig. Wenn der Workshop im schulischen Rahmen stattfindet, sollte es ein gleichwertiges Ersatzangebot geben. Mir ist es wichtig, dass die Entscheidung zur Teilnahme selbstbestimmt getroffen werden kann. Dieses Format vermittelt grundlegendes Wissen über den Körper und die Menstruation, stärkt Sprachfähigkeit und Selbstvertrauen und schafft einen geschützten Raum für Austausch.

  • Altersgruppe: 11 bis 13 Jahre
  • Dauer: 4,5 Stunden (6 Schulstunden)
  • inklusive Materialien, Elternbrief und Beratung der Schüler:innen, Lehrkräfte und Eltern
  • Kosten: 400 €

Der Workshop findet in einer entspannten Atmosphäre im Sitzkreis statt. Die Gruppe arbeitet auf Augenhöhe zusammen. Ich bringe eine klare Struktur mit, orientiere mich aber an den Fragen, Impulsen und Interessen der Teilnehmerinnen. Die Themen kommen also nicht nur von mir, sondern vor allem aus der Gruppe selbst.

Zu Beginn lernen wir uns in einer kurzen Namensrunde kennen und klären: Wie geht es mir heute? Anschließend stelle ich den Ablauf vor und wir vereinbaren gemeinsam einfache Gesprächsregeln – zum Beispiel respektvoller Umgang und dass jede selbst entscheidet, wie viel sie sagen möchte.

Ein kurzes Warm-up-Spiel lockert die Stimmung und bringt Bewegung in die Runde. Danach startet eine anonyme Fragerunde: Die Mädchen* schreiben alles auf, was sie schon immer zu Pubertät, Menstruation, Körpern, Sexualität oder sexueller Vielfalt wissen wollten. Die Fragen kommen in eine Box und werden am Endes des Workshops gemeinsam beantwortet. So ist gesichert, dass wirklich das besprochen wird, was die Gruppe interessiert.

Im nächsten Schritt sammeln wir Begriffe rund um den weiblichen Körper. Welche Wörter kennen die Teilnehmerinnen? Welche sind sachlich, welche vielleicht abwertend oder peinlich besetzt? Gemeinsam ordnen wir die Begriffe und klären sie mithilfe von Bildkarten. Ziel ist es, sprachliche Sicherheit zu gewinnen und Unsicherheiten abzubauen.

Anschließend arbeiten wir mit einem anatomischen Modell. Wir schauen uns Vulva, Klitoris, Vagina und Gebärmutter genau an und besprechen ihre Funktionen. Auf Arbeitsblättern werden die richtigen Bezeichnungen eingetragen. Dabei geht es nicht nur um Wissen, sondern auch darum, selbstverständlich über den eigenen Körper sprechen zu können.

Ein großer Teil des Workshops widmet sich dem Zyklus. Am Smartboard erkläre ich anschaulich die einzelnen Phasen im Kreislauf-Modell. Die Teilnehmerinnen übertragen die Farben der Phasen in den Zykluskreis auf ihrem Arbeitsblatt. Im nächsten Schritt können sie ihren eigenen Zykluskalender gestalten, dazu stehen ihnen vielfältige Bastelmaterialien zu Verfügung und wir besprechen die Sinn und Nutzung eines solchen Kalenders.

Nach einer Pause beschäftigen wir uns mit Periodenprodukten. Tampons, Binden, Einlagen, Periodenunterwäsche und Menstruationstassen werden vorgestellt. Mit farbigem Wasser testen wir gemeinsam, wie saugfähig die Produkte sind und was mit der Flüssigkeit passiert. In Kleingruppen recherchieren die Mädchen* mithilfe von Tablets/Laptops zu jeweils einem Produkt: Woraus besteht es? Wie wird es benutzt? Wie lange kann es getragen werden? Ist es wiederverwendbar? Was sind Vor- und Nachteile? Die Ergebnisse werden anschließend kurz vorgestellt. So üben die Teilnehmerinnen freies Sprechen und eigenständiges Arbeiten.

Auch das Thema Menstruationsbeschwerden hat Raum. Auf Moderationskarten sammeln wir: Was hilft bei PMS oder Schmerzen? Dabei geht es um praktische Alltagstipps und darum, offen über Beschwerden sprechen zu können und ein unterstützendes Miteinander zu fördern.

Gegen Ende öffnen wir die Fragenbox und beantworten gemeinsam die gesammelten Fragen. Je nach Thema ergänze ich fachliche Informationen und achte darauf, dass alles verständlich und altersgerecht bleibt. Ein kleines Quiz rund um Menstruation und Körperwissen rundet den Workshop spielerisch ab.

Zum Abschluss gibt es ein Drei-Finger-Feedback:
Was hat mir besonders gut gefallen?
Was habe ich neu gelernt?
Was hätte ich mir anders gewünscht?

So bekommen die Teilnehmerinnen eine Stimme und wir sichern die Qualität des Angebots.

Im Anschluss bleibe ich noch im Raum für persönliche Gespräche oder Beratungsbedarf. Gerade bei diesem Thema entstehen oft individuelle Fragen, die nicht in der großen Gruppe besprochen werden möchten.

sechse gedruckte graue Hände mit bunten Gegenständen als Symbole für die verschiedenen Angebote von Konsens Lernen